Voraussetzungen zur Wirksamkeit

Es ist sicher so, dass man nicht zu jeder Zeit in jedem Augenblick wirksam sein möchte – obwohl man es dennoch ist. Wirkung zu haben ist verbunden mit der festen Absicht, etwas bewirken zu wollen. Diese Absicht hält uns unter Spannung, denn zu Vielfältig sind bei genauerem Hinsehen die Gelegenheit, Möglichkeiten und auch Notwendigkeiten, um es sein zu können. Es gibt viele Themen, wo wir uns gefragt fühlen können, einen Beitrag zur Lösung einer Fragestellung zu liefern oder sich eines Themas überhaupt anzunehmen und eben nicht weg zu schauen. Dadurch, dass wir um Stellungnahme gefragt sind, sind wir gleichzeitig auch danach gefragt, wie wirksam wir sind und sein wollen. Wirkung geschieht nicht nur zufällig. Und wer sich seiner Wirkung im beabsichtigten oder in Kauf genommenen Nicht-Wirkung nicht zumindest im Ansatz bewusst ist, vergibt sich Möglichkeiten der Stellungnahme, also der Möglichkeit, nicht nur zufällig zur Wirkung zu kommen.
Wirksamkeit für sich, bezogen auf die eigene Person, ist attraktiv. Und damit anziehend und erstrebenswert. Unwirksamkeit hat die Nähe zum Gefühl des Scheiterns und ist von daher weniger wünschenswert, wenngleich eben darin viele Lernpotenziale darin steckten (ich behaupte sogar, dass im Scheitern die schnellste und nachhaltigste Form des Lernens liegt, wenngleich die Unangenehmste und nur unter der Bedingung, dass man diese Phase aushält und daraus lernen will).

Will die einzelne Person allerdings voran kommen… „Voraussetzungen zur Wirksamkeit“ weiterlesen

Neulich im Zug

Seit langem mal wieder mit der Bahn gefahren. Wie früher. Die vorbei fliegenden Landschaft genießen, im Tal fast Frühling, in den Bergen tiefer Schnee. Die Häuser draußen verschwinden nach links, die Menschen drinnen auf der Suche nach einem Sitzplatz bewegen sich nach rechts, dem vorderen Ende des Zuges entgegen.

Es ist schön, mal wieder so wie früher unterwegs zu sein, nur ist es vom Komfort des Zuges und seiner Ausstattung viel angenehmer als vor ein paar Jahren, vieles hat sich weiterentwickelt.

Sichtbar mir schräg gegenüber der Hinterkopf und der rechte Arm eines mittelalten Mannes, der sitzt schon, hat seinen Platz gefunden, allein, Tisch und freier Platz vor sich. Umtriebig, ein laufender PC auf dem Tisch, den er manchmal nutzt, wie es scheint für die Bearbeitung einer Tabelle, davor ein Tablet, auf dem ein Kostümfilm läuft, dann ein Smartphone, meistens in der rechten Hand, der Daumen scrollt und tippt, dazwischen ein Kopfhörerkabel, das irgendwohin aus den Ohren hängt und mehrere Ladekabel, die von den Devices zu einer offensichtlich eigens mitgebrachten Mehrfachsteckdose führen. Eine Menge Unterstützungsequipment, alles offensichtlich notwendig zur Bewältigung seiner Alltäglichkeit.

Wir sitzen in einem Abschnitt des Wagons für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicaps. Ich wusste noch nicht, dass es dort auch Plätze für Menschen mit digitaler Behinderung reserviert werden.

Aber es ist großartig, dass sich die Bahn auch hier um Inklusion kümmert.

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© S. Latt

Sie sind eine Berater*in…

…und haben den Auftrag, einen „Change Management“ – Prozess in einer Firma zu unterstützen und zu begleiten. Ihre Aufgabe, Ihr Job, dafür werden Sie gezahlt. Sie machen sich im Kontakt mit den Beteiligten zunächst ortskundig, betrachten den Kontext und stellen fest, dass in dieser Organisation der Begriff „Change Management“ ein bunter ist und nur bedingt zur Gänze Ihr bisheriges Verständnis trifft. Und schon sind Sie mittendrin: Sprache lernen hilft, sich zu verstehen, Verständnis ist wiederum Voraussetzung, Veränderungen als Teil von Entwicklungen zu begreifen. Diese Entwicklungen finden permanent statt, erfordern dauernde Auseinandersetzung, nur teilweise beeinflusst vom Wunsch der Beteiligten.

Bei diesen anfänglichen Überlegungen kommen Sie darauf, dass es noch weitere Fragen und Klärungen gibt, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden zu diskutieren hätten, immer verstanden als Teil des Change Managements, damit sich über Annäherungen tatsächliche Weiterentwicklungen ergeben können. Frage: Was können Sie erwägen und ermessen, damit möglichst handhabbare und nutzbare Informationen im gemeinsamen Prozess vorhanden sind:

  • Was ist tatsächlich Ihr Auftrag in diesem Zusammenhang (und derjenigen, die hier Beteiligte sind)?
  • Was ist wessen Interesse und Wille (Betrachtung aller stakeholder)?
  • Was ist der zu erwartende Nutzen / Vorteil?
  • Was ist die Botschaft (durch den Prozesses & an wen)?
  • Was ist das Modell und die Annahmen, nachdem vorgegangen wird?
  • Was sind  die relevanten Kriterien der Güte?
  • Wie könnte ein möglicher Prototyp gestaltet sein?
  • Was ist das vorhandene Können?
  • Wie wird vorgegangen (Umsetzungsschritte, der Plan)?
  • Was ist außerdem zu berücksichtigen (Unvorhergesehenes, Timing, Orte, Dynamik, Gefühle etc.)
  • Was ist der Sinn?

Dies sind wesentliche Fragen, die in der Auseinandersetzung zumindest Ansätze von Antworten benötigen, damit ein „Change Management“ nicht blutleer bleibt. Im Gespräch wird man auf weitere Aspekte kommen, die das zukünftig Gemeinsame beeinflussen können, hin zum gemeinsamen Ziel und wenn man es genau nimmt hin, zum guten Leben in Kooperation, gegenseitiger Angewiesenheit und menschenwürdigem Respekt.

Große Worte für einen schlichten professionellen Zusammenhang, in dem es nur um den Abschnitt des gemeinsamen Arbeitens geht. Aber eine angemessene Haltung, wenn es darum geht, zu tun, was man kann, den Entwicklungen zu folgen, wenn man sich dazu entschieden hat und vor allem dann, wenn man seine Aufgabe als Berater*in ernst nimmt.

Beginnen wir also wirklich miteinander zu reden!

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Montagsforum 13. April 2015

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

„Das Spiel der Möglichkeiten – Die Geschichte des Wissens und die bleibenden Geheimnisse“

Sein sehr schwungvoller Vortrag an diesem frühlingshaften Montag ist ein überzeugendes Plädoyer für das Staunen als Grundkompetenz der Weltwahrnehmung. Denn alle Erklärungsversuche, die die Wissenschaften mit Leidenschaft betreiben, führen eben nicht zu (Er-)Lösung und Wahrheit, sondern zur Erkenntnis, dass mit der Anhäufung von Wissen nicht das Licht, sondern das Dunkel zunimmt. Jede Erklärung mündet in einer weiterführenden Frage und macht nur das Geheimnisvolle des Lebens deutlicher. Es gibt keine eineindeutigen Antworten. Stattdessen sollte man sich – so Fischer – dem Schatz des Staunens zuwenden, in dem man z.B. den unverstellten Sternenhimmel betrachtet. Darin lassen sich die Klarheit der Bewegung und die Unmöglichkeit des letzten Verstehens erkennen.

Zum Abschluss des Vortrages gibt Fischer eine handhabbare Antwort auf die Frage danach, was denn das Leben sei: das kreative Spiel der Möglichkeiten u.a. von Genen und molekularen Strukturen, die sich und der Dynamik folgen, ohne Lösung sein zu wollen:

Staunen Sie – vor allem über sich selbst, denn Sie selbst sind sich das größte Geheimnis von allen.“

Arbeitsfähigkeit

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Ob in Arbeitsgruppen, Teams oder einfach mit den Kollegen: wir bevorzugen ohne Frage ein Klima der guten Zusammenarbeit und tun das uns Mögliche dazu, dass es entstehen kann.
Mitunter ist das nicht so leicht, wie es klingt und trotz allen persönlichen Bemühens will sich der Fluss des kooperativen Arbeitens nicht einstellen.

Woran liegt´s? Über den Reflex, die anderen allein verantwortlich zu machen sind wir längst hinaus, befragen uns alle gleichermassen und binden die Verhältnisse der Organisation in unsere Überlegungen mit ein. Irgendwo dazwischen (Ich – Wir – Kontext) wird die Lösung und der Weg liegen.

Was also sind die wesentlichsten Aspekte, die die Arbeitsfähigkeit begünstigen?

Den ganzen Beitrag hier downloaden:  Arbeitsfähigkeit oder als eBook im iTunes Book Store

„Dach überm Kopf“

Manchmal liegt die Verantwortung schlicht darin, die wahrgenommenen Möglichkeiten zur Solidarität zu nutzen. Auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist und längst nicht der letzte sein kann, kann es doch Menschen unterstützen und Dinge des Alltag leichter machen.Wir haben eine dieser Gelegenheiten in der Unterstützung des Projekts „Dach überm Kopf“ wahrgenommen und genutzt. Dabei geht es darum Menschen in Indien dabei zu helfen, in festen Häusern statt in einfachsten Lehmhütten zu leben, in denen sie nicht mehr in einer nur schwer erträglichen Unmittelbarkeit den Widrigkeiten eines Slums und denen der Natur ausgesetzt sind. In Eigenleistung werden die Häuser gebaut, ein Verein sorgt für die Gesamtorganisation und mit dem zur Verfügung gestellten Geld werden z.B. die benötigten Materialien gekauft.In diesem Sommer konnte in Thrissur, Kerala / Indien das „Laterale House“ eingeweiht werden.p1030901.jpgFotos als Eindrücke hier

Die Fähigkeit mit Krisen umzugehen

Der Faktor Resilienz: ein Beitrag von Dorothe Liebig, Berlin

Mit Resilienz wird in der Psychologie die innere Widerstandskraft von Menschen beschrieben. Psychisch widerstandsfähig, also resilient zu sein, bedeutet dabei nicht, Probleme und Niederlagen zu beschönigen oder Krisen zu ignorieren. Im Gegenteil: Unsicherheiten und Ängste gehören zum krisenhaftem Geschehen und brauchen Raum, damit etwas Neues entstehen kann.
Es ist der Abschied von alten Vorstellungen, das Neuorientieren und Fremdsein in der noch ungeübten Art mit der Welt umzugehen, das „Nicht mehr das Alte und Noch nicht das Neue“, das eine Krise ausmacht.
Die Resilienzforschung beschreibt verschiedene Kategorien, von denen angenommen wird, „Die Fähigkeit mit Krisen umzugehen“ weiterlesen

Elektroautos

Produktion“ – Die Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie – schreibt in der neuesten Ausgabe zum Thema Elektroautos:

Deutsche Gründlichkeit schlägt internationale Konkurrenz

Landsberg (ots) – Wenn es um Elektrofahrzeuge geht, so haben die deutschen OEMs vor allem bei der Batterietechnik noch Rückstand auf ihre ausländischen Wettbewerber. Doch beim Antrieb und Leichtbau können sie der Konkurrenz trotzen, berichtet die Wirtschaftszeitung Produktion in ihrer jüngsten Ausgabe. Um diesen Rückstand aufzuholen, wollen BMW, VW & CO. ihre mit Hilfe von Joint Ventures und neuen Materialkonzepten entwickelten Elektroautos ins internationale Rennen schicken. Am Ende wird wohl der Markt, getrieben durch den Preis, entscheiden, ob sich die deutsche Gründlichkeit gegen die schnellere internationale Konkurrenz durchsetzt.
Laut Recherchen von Produktion ( www.produktion.de ) arbeiten die deutschen OEMs daran, Batterie-Know-how auch hierzulande aufzubauen. Gemeinsam mit Evonik betreibt beispielsweise Daimler die Unternehmen Li-Tec und Accumotive, die für die Herstellung von Batteriezellen beziehungsweise die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien für Autos zuständig sind. Im Smart Fortwo electric drive, der 2012 in Großserie auf den Markt kommt, soll die Technik eingesetzt werden. So geht Autoexperte Professor Karl Noreikat  davon aus, dass der Rückstand relativ schnell aufgeholt werden kann.
Bei anderen Komponenten des Elektroautos ist deutsche Technik weniger im Hintertreffen. Wenn es um Elektromotoren und Leistungselektronik geht, zählen Bosch und Continental zu den führenden Zulieferern. Continental liefert unter anderem die Steuerelektronik für Hybridfahrzeuge von Daimler und BMW sowie den Elektromotor für die Mercedes A-Klasse E-Cell. Beim Leichtbau könnten sich die deutschen OEMs laut Wirtschaftszeitung Produktion also einen Vorteil erarbeiten, denn weltweit halten die meisten Hersteller noch an konventionellen Komponenten bei der Materialauswahl fest.

12.07.2010, Originaltext „Produktion“

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© Foto S. Latt

Information zum Thema:

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Begegnungen und Balance

begegnung.jpg © S. Latt

Da war er wieder: der Wunsch nach eindeutiger, unerschütterbarer Wahrheit. Ein alter Bekannter, der zwar häufig um uns herum ist, hin und wieder grüßt, aber die Nähe scheut und Berührungen nicht sehr oft zulässt. Kaum ist er da, zum Greifen nah, ist er auch schon wieder fort, steht neben oder hinter uns und lässt sich dauerhaft einfach nicht fassen. Wieso bleibt er nicht, begleitet uns als „Begegnungen und Balance“ weiterlesen

Creative Solution Meeting

Entwicklungen schreiten voran. Und basieren – zumindest im Kern – auf den Überlegungen, Auswirkungen oder Abgrenzungen dessen, was sich bisher bewährt hat. Gesprächsbedarf gibt es allenthalben, denn ohne gegenseitige Bezugnahme bleiben Fragestellungen einsam, leer und unter ihren Lösungsmöglichkeiten.

Zur Gestaltung  der Zukunft gibt es gerade jetzt vieles zu besprechen, zu erfinden und zu konkretisieren. Gleichzeitig soll oder muss gespart werden. Umso wichtiger ist es, bei den Workshops, Klausuren (oder vielleicht wird man in Zukunft schlicht CSM für Creative Solution Meeting sagen) das wirklich notwendige zu besprechen, die wirklich notwendigen Verbindungen, Begegnungen und Kontakte zu ermöglichen, damit kreative Lösungen und Entwicklungen enstehen können, die bisher so noch nicht waren.

Bei der Gestaltung solcher Workshops oder Meetings kann man als Berater oder Moderator unbedacht  vieles auch falsch machen. Was genau, haben wir im folgenden Artikel kurz zusammengefasst:

wirkungslose_ws.pdf

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