Neulich im Zug

Seit langem mal wieder mit der Bahn gefahren. Wie früher. Die vorbei fliegenden Landschaft genießen, im Tal fast Frühling, in den Bergen tiefer Schnee. Die Häuser draußen verschwinden nach links, die Menschen drinnen auf der Suche nach einem Sitzplatz bewegen sich nach rechts, dem vorderen Ende des Zuges entgegen.

Es ist schön, mal wieder so wie früher unterwegs zu sein, nur ist es vom Komfort des Zuges und seiner Ausstattung viel angenehmer als vor ein paar Jahren, vieles hat sich weiterentwickelt.

Sichtbar mir schräg gegenüber der Hinterkopf und der rechte Arm eines mittelalten Mannes, der sitzt schon, hat seinen Platz gefunden, allein, Tisch und freier Platz vor sich. Umtriebig, ein laufender PC auf dem Tisch, den er manchmal nutzt, wie es scheint für die Bearbeitung einer Tabelle, davor ein Tablet, auf dem ein Kostümfilm läuft, dann ein Smartphone, meistens in der rechten Hand, der Daumen scrollt und tippt, dazwischen ein Kopfhörerkabel, das irgendwohin aus den Ohren hängt und mehrere Ladekabel, die von den Devices zu einer offensichtlich eigens mitgebrachten Mehrfachsteckdose führen. Eine Menge Unterstützungsequipment, alles offensichtlich notwendig zur Bewältigung seiner Alltäglichkeit.

Wir sitzen in einem Abschnitt des Wagons für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicaps. Ich wusste noch nicht, dass es dort auch Plätze für Menschen mit digitaler Behinderung reserviert werden.

Aber es ist großartig, dass sich die Bahn auch hier um Inklusion kümmert.

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© S. Latt