Apropos Systemisch…

Natürlich kann man sich nicht um alles und jede mögliche Perspektive kümmern. Irgendwie bleibt man irgendwie immer unvollständig und vorläufig.
Allerdings ist diese Einsicht kein Grund, bestimmte Dinge nicht doch zu tun, jeweils nach unseren Möglichkeiten. In jedem Fall sollten wir versuchen, dem zufällig Erscheinenden eine gute Gelegenheit zu geben.

 

So wie neulich: irgendwo quer gelesen und bei der Gelegenheit darauf gekommen, dass Ludwig Wittgenstein in seinen Überlegungen zwar eng naturwissenschaftlich ausgerichtet war, dennoch mir heute, etwa 90 Jahre nach der Niederschrift, sehr systemisch vorkommt wenn er schreibt:

 

 

„(…), dass kein Teil unserer Erfahrung auch a priori ist.

Alles, was wir sehen, könnte auch anders sein.

Alles, was wir überhaupt beschreiben können, könnte auch anders sein.

Es gibt keine Ordnung der Dinge a priori.“

 

Denn: „Die Grenze meiner Sprache bedeuten die Grenze meiner Welt.“

 

 

Damit sind die Möglichkeiten und die Grenzen beschrieben, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben. Ganz deutlich systemisch wird es dann, wenn wir eine weitere Dimension hinzunehmen, in der es dann darum geht, miteinander und in Verbindung / Beziehung zueinander die jeweiligen Perspektiven auszutauschen, um zu weiteren Möglichkeiten zu kommen.

 

Oder anders gesagt: zu weiteren guten Gelegenheiten.

 

LW

Quelle: Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, 5.634 und 5.6.  Werkausgabe Band 1, S. 68f. Suhrkamp 1984