Montagsforum 13. April 2015

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

„Das Spiel der Möglichkeiten – Die Geschichte des Wissens und die bleibenden Geheimnisse“

Sein sehr schwungvoller Vortrag an diesem frühlingshaften Montag ist ein überzeugendes Plädoyer für das Staunen als Grundkompetenz der Weltwahrnehmung. Denn alle Erklärungsversuche, die die Wissenschaften mit Leidenschaft betreiben, führen eben nicht zu (Er-)Lösung und Wahrheit, sondern zur Erkenntnis, dass mit der Anhäufung von Wissen nicht das Licht, sondern das Dunkel zunimmt. Jede Erklärung mündet in einer weiterführenden Frage und macht nur das Geheimnisvolle des Lebens deutlicher. Es gibt keine eineindeutigen Antworten. Stattdessen sollte man sich – so Fischer – dem Schatz des Staunens zuwenden, in dem man z.B. den unverstellten Sternenhimmel betrachtet. Darin lassen sich die Klarheit der Bewegung und die Unmöglichkeit des letzten Verstehens erkennen.

Zum Abschluss des Vortrages gibt Fischer eine handhabbare Antwort auf die Frage danach, was denn das Leben sei: das kreative Spiel der Möglichkeiten u.a. von Genen und molekularen Strukturen, die sich und der Dynamik folgen, ohne Lösung sein zu wollen:

Staunen Sie – vor allem über sich selbst, denn Sie selbst sind sich das größte Geheimnis von allen.“

Montagsforum Dornbirn Sommersemester 2015

Titel MoFo

 

Das Sommersemester des Montagsforums wird unter dem Titel

Begegnungen: Vergessene Vergangenheit – Ungewisse Zukunft

vom 2. März bis zum 1. Juni 2015 im Kulturhaus Dornbirn veranstaltet.


 

Nächste Veranstaltung am 13.04.2015

„Das Spiel der Möglichkeiten – Die Geschichte des Wissens und die bleibenden Geheimnisse“

Referent ist der Wissenschaftshistoriker an der Universität Heidelberg Prof. Dr. Ernst Peter Fischer (Kurzbiographie).

E.P. Fischer, Jahrgang 1947, ist als Naturwissenschaftler und Professor für Wissenschaftgeschichte Autor zahlreicher populärer und mehrfach ausgezeichneter Sachbücher. In einem seiner letzten Veröffentlichungen „Das Große Buch vom Menschen“ (Droemer, 2014) fragt er sich u.a. wie sich Vielfalt und Variantenreichtum des Lebens anders verstehen liesse, als mit dem Konzept der Evolution:

„Wenn wir von der Evolution des Lebens sprechen, dann meinen wir seine innen angelegte Fähigkeit, sich an äußere Umstände anzupassen. Wunderbar daran ist, dass die Wissenschaft damit begonnen hat, die dazu nötigen Mechanismen und Abläufe zu erfassen und zu erklären, auch wenn noch viel Details offen und zu erkunden bleiben.“

Dem Erkunden geht allerdings ein Staunen voraus, das dem Zauber des Geheimnisses folgt. In seinem Beitrag für das Montagsforum wird er sich auf sein Buch „Die Verzauberung der Welt“ (Siedler, 2014)  beziehen und der darin erläuterten These des „vertieften Geheimnisses“:

„Die Naturwissenschaft heben das Geheimnisvolle der Welt und der Natur nicht auf. Im Gegenteil! Die Naturwissenschaften vertiefen das Geheimnis. Sie verzaubern die Welt durch die Erklärung, die sie geben.“

 

Arbeitsfähigkeit

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Ob in Arbeitsgruppen, Teams oder einfach mit den Kollegen: wir bevorzugen ohne Frage ein Klima der guten Zusammenarbeit und tun das uns Mögliche dazu, dass es entstehen kann.
Mitunter ist das nicht so leicht, wie es klingt und trotz allen persönlichen Bemühens will sich der Fluss des kooperativen Arbeitens nicht einstellen.

Woran liegt´s? Über den Reflex, die anderen allein verantwortlich zu machen sind wir längst hinaus, befragen uns alle gleichermassen und binden die Verhältnisse der Organisation in unsere Überlegungen mit ein. Irgendwo dazwischen (Ich – Wir – Kontext) wird die Lösung und der Weg liegen.

Was also sind die wesentlichsten Aspekte, die die Arbeitsfähigkeit begünstigen?

Den ganzen Beitrag hier downloaden:  Arbeitsfähigkeit oder als eBook im iTunes Book Store

Internationales Arbeiten

 

In vielen Unternehmen und damit auch in vielen einzelnen Tätigkeiten oder Projekten wird immer mehr Gewicht auf Internationalität gelegt. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sicher eine Notwendigkeit, muss man beständig doch auf der Suche nach neuen Märkte und Absatzmöglichkeiten, sofern man einer Wachstumsstrategie folgt, was in den meisten Fällen des Wirtschaftens der Fall sein wird. Von innen heraus stellt sich das Unternehmen – hiesig und möglicherweise in der Regionalität alteingesessen – deshalb die Frage, wie ein internationalisiertes Denken bei allen Mitarbeitenden befördert werden kann, sofern es sich nicht ohnehin um polyglotte Weltenwanderer handelt.

Eine nicht leicht zu beantwortende Frage, denn es sind nicht nur sprachliche oder kommunikationstechnische Hürden zu überwinden. Mit einer Stärkung des Denkens und Handelns auf internationaler Ebene werden daneben noch eine Reihe von weiteren Aspekten berührt, hier der Beginn einer Liste:

  • es wird die Bereitschaft gebraucht sich zu öffnen und sich das Fremde überhaupt vertraut machen zu wollen: die Fähigkeit des ersten Schritts
  • ebenso das Einverständnis, Grenzen zu verschieben, die eigenen, die Unternehmensinternen aber auch äußere oder sogar diese Grenzen zum zunächst Unbekannten hin: Grenzen befinden sich im permanenten Wandel und es Bedarf der Fähigkeit, die Bewegungen mitzumachen, ohne leichtfertig zu sein
  • etwas Drittes wird entstehen, weshalb Gemeinsamkeit sich selten linear, zumeist aber dialektisch verhält
  • es braucht eine staunend tolerante Fähigkeit, die Möglichkeiten einer Kooperation zu entdecken
  • dazu müssen u.U. Vorbehalte abgebaut werden, ohne sie an anderer Stelle neu zu errichten
  • außerdem ist der Sinn für Gegenseitigkeit und Ausgeglichenheit gefragt, also ein kollaboratives Verständnis von Gerechtigkeit, denn es ist der gemeinsamen Arbeit und dem gemeinsamen Leben auf Dauer nicht zuträglich, kulturhegemonial zu agieren

Weitere Aspekte müssen hier folgen.

So schön wie es erscheint, Internationalisierung ist kein ideologischer Selbstzweck und wird es nicht darum gehen, die eine Welt zu erschaffen, sondern wir werden immer in vielen Welten miteinander leben. Was können diese Welten voneinander freiwillig lernen? Wo können sie sich ergänzen und voneinander profitieren? Wo ist es aber auch richtig, wichtig und lebensnotwendig, nicht um jeden Preis miteinander sondern in bester Weise und Freiheit nebeneinander zu leben. Wo liegt das gemeinsame Verständnis der guten Abgrenzung?

Oder anders gefragt: wo liegen die Grenzen der Globalisierung?

Spätsommer

Auch wenn der Sommer nur patchworkartig durch das Jahr gezogen ist: der Spätsommer hat begonnen, die Ferienzeit ist vorbei, das Arbeiten setzt sich fort und wieder stellen sich Fragen, die ausreichend Aufmerksamkeit brauchen und dann voranbringen. Das ist der weitere Weg und dazu allen viel Erfolg!

NuJazzPoetry

Viele Lebensbereiche kommen ohne rationale Pläne aus, das Leben ereignet sich dennoch und sucht sich den Weg nach außen und nach vorn, auf dass es reifer würde.

Manchmal ist dieser Ausdruck seltsam, aber bemerkenswert. Vor einiger Zeit haben wir etwas davon auf eine CD gebracht:

ANKUNFT (now available on iTunes)

 

Was will klingen? Was sucht Resonanz? Was leuchtet? Was kommt an?

Fragen, die sich nicht im Vorüberhören beantworten lassen, wohl auch nicht durch bloßes Nachdenken.
Was aber braucht es dann, um zu einer Orientierung, zu einer Lösung und zu einer Erhörung zu kommen?

Wir brauchen anderes. Wir brauchen andere.

Um im Wechselklang mit diesen Fragen zu Antworten zu kommen, müssen wir Mut haben, auch den, uns zuzumuten. Mit dem, was wir sind, in aller Begrenztheit, mit dem, was in Kopf und Herz ist und allem, was ansonsten noch einen Ausdruck sucht.

So haben wir uns auf den Weg gemacht und ausgetauscht, was zu uns gehört, es zusammengefügt, was so noch nicht beieinander war, es ineinander fließen und werden lassen. Das alles mit der Idee, nicht nur unser Selbst zum Klingen zu bringen, sondern auch anderen Anregung für ihre Antworten zu sein .

Unsere Arbeitsüberschrift entstammt der vielleicht zentralen Erfahrung unserer Lebensphase: irgendwie schon mehr als 4 Jahrzehnte auf der Welt, freiwillig und ungefragt zu lernen, sogar schon klug am Leben geworden, doch erst jetzt ist die Zeit, anzukommen und ein Erstaunen über diese unerwartete Erfahrung als Ausgangspunkt für alles Nachfolgende zu nutzen: ANKUNFT.

Die Fragen nach Sein und Leben erscheinen für uns als die unsichtbare Verbindung zwischen der Musik und den Texten; kein neues Thema, eher alltäglich und allmenschlich und dennoch von permanenter und durchdringender Bedeutung. „Ankunft“ fasst das nach unserer Ansicht nicht nur treffend, sondern in besonderer Weise auch lebensbejahend zusammen. Genau dieses Wort wirkt mit seinem Charakter in die Musik hinein, der Geist in ihr beginnt zu leuchten oder zumindest entsteht die Ahnung, dass es möglich wäre zu erstrahlen, dass auch das manchmal so klein erscheinende Selbst glänzen kann, wenn es sich als das erkennt, was es einfach und unübersehbar ist.

Wir möchten etwas bieten für Gehör und Gehirn, die Musik wird dabei zum Trägerelement des Textes, sie wird zum Resonanzkörper für das, was die Worte anklingen wollen, die Musik vollendet den Ausdruck und hebt ihn auf.

Gleichzeitig bringt der Text die Musik zum Fliessen, macht sie kreativ, produktiv und eigen in ihrer Dynamik. In ihr zeigt sich die Freude am Neuen, Eigenen, Aufbrechenden und Ankommenden.

Vielleicht entstehen durch die Stücke Räume, die Platz schaffen für Antworten und Begegnungen mit sich selbst in einer Welt, die uns fordernd, aber im Wesen wohlwollend empfängt.

 

Wir sind:

Alfred Vogel, Musiker , Produzent und dennoch Wirtschaftspädagoge, Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Studiobesitzer und  die Vielfältigkeit liebend: www.traps.at

Stefan Latt,  Erwachsenenbildner, Organisationsentwickler, Coach und fortlaufend dabei, im Ausdruck anzukommen.