Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis in Frankfurt

…der aus Bosnien stammende Autor kritisiert in seiner Dankesrede den Literaturnobelpreisträger Peter Handke – durchaus nachvollziehbar.
Aus der ZEIT vom 14.10.19:

Preisträger kritisiert Nobelpreis für Peter Handke

In seiner Dankesrede kritisierte Stanišić die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke vor einer Woche. Dieser hatte sich im Zusammenhang mit dem Balkankonflikt wiederholt auf die Seite der Serben gestellt. „Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt“, sagte er. „Dass ich hier heute vor Ihnen stehen darf, habe ich einer Wirklichkeit zu verdanken, die sich dieser Mensch nicht angeeignet hat“, sagte Stanišić über Handke. Er könne nicht nachvollziehen, „dass man sich die Wirklichkeit, mit der man behauptet, Gerechtigkeit für jemanden zu suchen, so zurechtlegt, dass dort nur Lüge besteht“. Stanišić war mit seinen Eltern 1992 nach Heidelberg geflüchtet, nachdem serbische Truppen im Zuge des jugoslawischen Bürgerkriegs seine Heimatstadt besetzt hatten.

https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-10/frankfurter-buchmesse-deutscher-buchpreis-herkunft

Über die Dörfer

Was ist die richtige Zeit, um bei sich selbst anzukommen und sich zu folgen.

Im Grunde sind wir längst da, nur glauben wir es nicht. Bis sich Augen und Herz öffnen vergeht Zeit. Unabhängig davon müssen wir uns im Willen üben, damit wir einem tatsächlichen Ankommen überhaupt eine wirkliche Chance geben.

Vielleicht lässt uns genau das zögern: wir könnten ja ankommen…
Daraus würde eine Selbstverpflichtung oder zumindest eine Selbstverantwortung entstehen: zu mir kommen, sich selbst nach kommen, sich folgen und bei sich bleiben.
Ausreden zählen nicht mehr. Die Zeit ist da.

Jetzt.

(sl)

Über die Dörfer
von Peter Handke dem aktuellen Träger des Literaturpreises 2019

Spiele das Leben.

Gefährde die Arbeit noch mehr.

Sei nicht die Hauptperson.

Such´ die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos.

Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts.

Sei weich und stark.

Sei schlau, lass´ dich ein und verachte den Sieg.

Beobachte nicht, prüfe nicht, sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen.

Sei erschütterbar.

Zeig´ deine Augen, wink´ die andern ins Tiefe, sorge für den Traum

und betrachte einen jeden in seinem Bild.

Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig.

Vor allem hab Zeit und nimm Umwege.

Lass´ dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub.

Überhör´ keinen Baum und kein Wasser.

Kehr ein, wo du Lust hast, und gönn´ dir die Sonne.

Vergiss´ die Angehörigen, bestärke die Unbekannten,

bück´ dich nach Nebensachen, weich´ aus in die Menschenleere,

pfeif´ auf das Schicksalsdrama, missachte das Unglück, zerlach´ den Konflikt.

Beweg´ dich in deinen Eigenfarben,

bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird.

Geh´ über die Dörfer.

Ich komme dir nach.

(aus: „Über die Dörfer, Rede der Nova“, Peter Handke)

Entdeckungen zwischen Humboldt und Marx

Eine Reise nach Berlin

Manchmal bietet es sich an, Spuren zu lesen und ihnen zu folgen. Unseren Erfahrungen in Berlin kreuzte der Ausblick auf das Jahr 2019, in dem das Humboldtforum eröffnet werden sollte. Dieser Ausblick war befördert durch einen Vortrag von Rüdiger Schaper über sein neues Buch „Alexander vom Humboldt. Der Preuße und die neuen Welten“ (Siedler 2018). Der Ort unseres Ausblicks war Berlin, genauer gesagt am Strausberger Platz, dort wo eine Karl-Marx-Büste steht und die gleichnamige Allee in zwei Hälften teilt. Wie Humboldt ging es auch Marx um die Betrachtung und Durchdringung der Welt, der eine eher im Schauen und Messen der Natur, der andere durch seine Kritik der politischen Ökonomie, beide in der Begegnung der großen und größer werdenden Welt, die sich durch ihre Ansätze entwickelt  haben und bis zu unserer Aktualität tiefen Einfluss nehmen.

Was lag da näher, ihren Spuren zu folgen und eine mehrtägige Exkursion im Rahmen des Montagsforums (montagsforum.at) anzubieten, um zumindest Berlins Mitte zu entdecken? Über und mit Rüdiger Schaper werden wir quasi von Humboldt selbst begleitet, sowie später dann auch von welterfahrenen und wortmächtigen Autorin Katja Lange-Müller, die uns über ihr Erleben und Schreiben den marxschen Einfluss näher bringen wird, möglicherweise ohne ihn direkt benennen zu müssen.

Eine Reise steht an, die Spuren zu neuen Schlüsseln zum Weltbegreifen – und sei es nur in Bezug auf unsere je eigenen – legen kann. Oder wie ein anderer Weltentdecker sagt: „Es ist ein Spurenlesen kreuz und quer, in Abschnitten, die nur den Rahmen aufteilen.“ (Ernst Bloch. Spuren. Suhrkamp 1969, S. 17)
Das werden wir versuchen. Etwas anderes bleibt uns im Grunde ohnehin nicht übrig. Weltentdecken. Leben. Verantworten.

Und Spass machen soll es selbstverständlich auch noch!

Kooperation in digitalen Zeiten

 Eine Annäherung

 

I  Vorbemerkung

Immer dann, wenn wir versuchen wollen, den Anderen in seinem oder ihrem Verhalten zu verstehen, muss es gelingen, über das Wahrnehmbare, das Phänomen des Augenblicks hinauszukommen. Das liefert zumindest eine nachvollziehbare Begründung des jeweiligen Verhaltens und unsere erste Antwort muss nicht stumm bleiben, vielmehr kann es der Auftakt eines Dialogs oder einer engagierten und fruchtbaren Auseinandersetzung oder sogar der Beginn einer echten Kooperation sein.

Um über den Augenblick hinauskommen zu können, braucht es neben der Bereitschaft auch die Fähigkeit (die vom Augenblick selbst beeinflusst sein kann) der Selbstdistanzierung, also die Möglichkeit sich selbst in Relation mit anderen in einem bestimmten Zeitabschnitt – jetzt – sehen zu können. Das schafft die Grundlage eines Verstehenkönnens, nicht nur im Sinne einer weiteren Rationalisierung, sondern …

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Gegenwart

„Die Gegenwart ist im Verhältnis zur Vergangenheit Zukunft, ebenso wie die Gegenwart der Zukunft gegenüber Vergangenheit ist. Darum, wer die Gegenwart kennt, kann auch die Vergangenheit erkennen. Wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen.“

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 140. Aus dem Chinesischen übertragen und herausgegeben von Richard Wilhelm (1873-1930), Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln 1979, ISBN 3-424-00625-4

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Das Tool zur Entwicklung der Berufspersönlichkeit: CAPTain

Bei dem Tool CAPTAin handelt es sich um wissenschaftlich fundiertes, praxisorientiertes Online-Assessment zur Analyse des Potentials einer Berufspersönlichkeit, mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Personen in ihrer Funktion weiter zu entwickeln. Dieser Test eignet sich sowohl für einzelne Personen – z.B. im Rahmen von Coachings oder Recruitings – oder zur Erweiterung von PE-Massnahmen – z.B. Curricula zur Kompetenzentwicklung – oder der Vorbereitung/Flankierung von OE-Prozzessen. Als kriterienorientierter Test ist er aussagekräftig in Bezug auf den jeweiligen Kontext. Durch die Möglichkeit ein spezifizierbares Anforderungsprofil zu hinterlegen entstehen konkrete Aussagen, die für die jeweilige Person oder die Funktionsgruppen oder sogar die Organisation unmittelbar nutzbar sind.

Der Umgang mit diesem Instrument erfordert Wissen, Erfahrung und eine ständige Weiterentwicklung der Anwendung- und Auswertungskompetenzen. Als langjähriger Anwendungspartner wurde die Laterale GmbH für unser Bemühen erneut von CNT Hamburg (captain-system.de) durch ein spezielles Zertifikat ausgezeichnet.

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Für weitere Infos hinsichtlich Nutzung, Anwendung oder Auswertung des CAPTains können Sie uns gern kontaktieren.

Zwischenräume

Die Ästhetik der Reihenfolge zeigt sich durch die Übergänge und Zwischenräume – im Gewahrwerden des Sowohlalsauch. Von Etwas zu Etwas, fortlaufend andauernd.

Vor allem aber in der Sehnsucht nach dem nächsten Schritt. Der sich ankündigt, folgerichtig und unvermeidbar ist, sich aber oft nicht gleich und schon gar nicht eindeutig offenbart, sondern sich vornehm finden lässt.

Die Suche erfordert Mut.

Und Zuversicht.

Und Zweifel.
Als Sorge um Bodenhaftung.

Damit ich nicht allein bleibe.

Weil es Frühling wird. In den nächsten Zwischenraum.

 

S. Latt

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