Matinee zum Thema: Was Wissen zum Fliessen bringt

Unter dieser Überschrift haben wir im Rahmen eines Projektes eine Matinee mit Dr. Christof Schmitz am 29.09.2007 veranstaltet, die von etwa 90 Führungskräften besucht wurde. Dr. Schmitz hat eine Wissensreise unternommen und die verschiedenen Stationen von 1995 bis heute in Blick genommen: wenn der Beginn des Wissensmanagement sich durch eine Aufbruchstimmung und die Hoffnung auf Nutzung brachliegenden Wissens ausgezeichnet hat, folgte ein paar Jahre nach den ersten Erfahrungen eine Desillusionierung, denn die durchaus klug angelegten Instrumente waren nicht dauerhaft praktikabel. Gerade in neuerer Zeit zeichnet sich allerdings – wiederum begünstigt durch die Arbeiten von Ikujiro Nonaka – ein Horizont ab, was im Sinne eines Knowledge Leadership sinnvollerweise zu tun wäre. U.a. geht es letztlich um die Frage, deren Antwort einen nützlichen und sehr einflussreichen Weg weist:

Kann ich jeden Tag das tun, was ich am besten kann?

C. Schmitz formulierte außerdem 6 Regeln zum erfolgreichen Wissensfluss:

1. Selbstorganisation mit Rahmen
• nur Selbstorganisation genügt nicht
• nur formale Organisation genügt nicht (z.B. Eingabepflicht von „lessons learnt“)
• community works – aber: Achtung auf In-/Exklusions-Dynamiken

2. Freiwilligkeit und Selbst-Motivation
• Instructions don´t work
• „If you allow privacy people will share, if you insist on sharing they will be private“

3. Nutzen stiften
• Reputation, Profilierung, Applaus
• Netzwerkausbau (neue Kontakte knüpfen)
• Community building (man gehört dazu!)
• Wissen fliesst zurück → Lernen
• Zugang zu anderen Ressourcen (GL, Infos etc.)

4. Neugier, Spass und Vertrauen …
… senken maximal die Barrieren für Wissensaustausch und Lernen und schützen vor der Angst …
• ersetzbar zu sein
• das Gesicht zu verlieren
• der Experten vor dem Lernen (don´t forget)

5. Verhältnismässiger Aufwand
• keine komplizierte Software
• räumliche Nähe (F2F)
• Beteiligte sprechen gleiche (Fach-)Sprache

6. Einbettung
• der Wissensfluss muss (zu den Aufgaben und Routinen) Sinn machen, zu der Kultur passen und dem Zeitgeist entsprechen