Rubicon – Modell

Die geprüfte und bestätigte Hypothese: mit einem klaren und entschiedenen Vorsatz, der jenseits des blossen Wünschens zu einer zielgerichteten Intention  geworden ist, lassen sich Vorhaben leichter und konkreter Realisieren, als wenn man diesen Vorsatz nicht hat. Dazu  Peter Gasser:bild_rubicon.jpg 

„Das Rubicon-Modell des motivierten Handelns hat seinen Namen vom kleinen italienischen Fluss Rubicon (zwischen Ravenna und Rimini). An diesem Fluss stand 49 v. Chr. Julius Cäsar, der von seinen Feldzügen aus Gallien zurückkehrte, mit seinem Heer. Cäsar war sich nicht sicher, 

wie er auf den Widerstand der römischen Senatoren gegen seine politischen Ambitionen reagieren sollte: Sollte er verzichten, oder die offene Konfrontation, notfalls auch mit einem Krieg wählen? Mit den Worten „alea iacta est“ (der Würfel ist gefallen) entschloss er sich fürs aktive Handeln – und überschritt mit seinem Heer den Fluss Rubicon in Richtung Rom.

Diese Metapher haben Heckhausen und Gollwitzer aufgegriffen, um die Entscheidung am Übergang vom bloßen Wünschen und Abwägen zum Wollen und Handeln zu bezeichnen.

Wer den Rubicon überschreitet, kommt vom Wünschen, Abwägen, Wählen, zur Absicht, zur Formulierung des Handlungsziels. Damit werden vier Phasen des Motivations- und Handlungsprozesses erkennbar: zuerst Wünschen wir etwas, bzw. wägen wir ab: das ist die Motivationsphase vor der Entscheidung. Dann wird der Wunsch in eine Absicht (Intention), ein Vorhaben auf ein Ziel hin umgewandelt. Das ist die Phase des Wollens vor dem Handeln. Dann handeln wir. Das ist die aktive Phase, in der wir eine Verpflichtung erleben, das Ziel zu erreichen – eben mit Willensstärke. Andererseits spielt auch die günstige Gelegenheit eine Rolle. Das Handeln wird nachher bewertet. Wir schätzen ein, ob und wie gut wir das Ziel erreicht haben.“

aus: Gasser, Peter: Führungsimpulse. Einblicke in die Führungsphilosophie. Bern 2004, S. 38