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unser neuer Blogeintrag

Zuweilen ist es so, dass man von einem unvorhergesehenem Ereignis überrascht wird: z.B. ein körperlicher Zustand, der sich durch eine Krankheit oder durch einen Unfall nachhaltig ändert, eine Beziehung, die nicht mehr so „wie immer“ gelebt werden kann, ein Beruf, der unter neuen Bedingungen völlig anders ausgeführt werden soll. Mit anderen Worten: eine tatsächliche Krise taucht wie aus dem Nichts auf, die zunächst scheinbar unlösbare Fragen stellt.

Manchmal gelingt es – meist über die Zeit, durch Unterstützung und durch Wille – eine innere Distanz zur eigenen Betroffenheit zu finden und mit dieser krisenhaften Situation besser zu Recht zu kommen. Über diese mögliche, wenn auch nicht automatische eintretende Situation der Selbstdistanzierung möchte ich hier nachdenken:

….

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Kooperation in digitalen Zeiten

 Eine Annäherung

 

I  Vorbemerkung

Immer dann, wenn wir versuchen wollen, den Anderen in seinem oder ihrem Verhalten zu verstehen, muss es gelingen, über das Wahrnehmbare, das Phänomen des Augenblicks hinauszukommen. Das liefert zumindest eine nachvollziehbare Begründung des jeweiligen Verhaltens und unsere erste Antwort muss nicht stumm bleiben, vielmehr kann es der Auftakt eines Dialogs oder einer engagierten und fruchtbaren Auseinandersetzung oder sogar der Beginn einer echten Kooperation sein.

Um über den Augenblick hinauskommen zu können, braucht es neben der Bereitschaft auch die Fähigkeit (die vom Augenblick selbst beeinflusst sein kann) der Selbstdistanzierung, also die Möglichkeit sich selbst in Relation mit anderen in einem bestimmten Zeitabschnitt – jetzt – sehen zu können. Das schafft die Grundlage eines Verstehenkönnens, nicht nur im Sinne einer weiteren Rationalisierung, sondern …

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Über die Dörfer

Was ist die richtige Zeit, um bei sich selbst anzukommen und sich zu folgen.

Im Grunde sind wir längst da, nur glauben wir es nicht. Bis sich Augen und Herz öffnen vergeht Zeit. Unabhängig davon müssen wir uns im Willen üben, damit wir einem tatsächlichen Ankommen überhaupt eine wirkliche Chance geben.

Vielleicht lässt uns genau das zögern: wir könnten ja ankommen…
Daraus würde eine Selbstverpflichtung oder zumindest eine Selbstverantwortung entstehen: zu mir kommen, sich selbst nach kommen, sich folgen und bei sich bleiben.
Ausreden zählen nicht mehr. Die Zeit ist da.

Jetzt.

(sl)

 

 

Spiele das Leben.

Gefährde die Arbeit noch mehr.

Sei nicht die Hauptperson.

Such´ die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos.

Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts.

Sei weich und stark.

Sei schlau, lass´ dich ein und verachte den Sieg.

Beobachte nicht, prüfe nicht, sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen.

Sei erschütterbar.

Zeig´ deine Augen, wink´ die andern ins Tiefe, sorge für den Traum

und betrachte einen jeden in seinem Bild.

Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig.

Vor allem hab Zeit und nimm Umwege.

Lass´ dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub.

Überhör´ keinen Baum und kein Wasser.

Kehr ein, wo du Lust hast, und gönn´ dir die Sonne.

Vergiss´ die Angehörigen, bestärke die Unbekannten,

bück´ dich nach Nebensachen, weich´ aus in die Menschenleere,

pfeif´ auf das Schicksalsdrama, missachte das Unglück, zerlach´ den Konflikt.

Beweg´ dich in deinen Eigenfarben,

bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird.

Geh´ über die Dörfer.

Ich komme dir nach.

(aus: „Über die Dörfer, Rede der Nova“, Peter Handke)

Gegenwart

„Die Gegenwart ist im Verhältnis zur Vergangenheit Zukunft, ebenso wie die Gegenwart der Zukunft gegenüber Vergangenheit ist. Darum, wer die Gegenwart kennt, kann auch die Vergangenheit erkennen. Wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen.“

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 140. Aus dem Chinesischen übertragen und herausgegeben von Richard Wilhelm (1873-1930), Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln 1979, ISBN 3-424-00625-4

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Neulich im Zug

Seit langem mal wieder mit der Bahn gefahren. Wie früher. Die vorbei fliegenden Landschaft genießen, im Tal fast Frühling, in den Bergen tiefer Schnee. Die Häuser draußen verschwinden nach links, die Menschen drinnen auf der Suche nach einem Sitzplatz bewegen sich nach rechts, dem vorderen Ende des Zuges entgegen.

Es ist schön, mal wieder so wie früher unterwegs zu sein, nur ist es vom Komfort des Zuges und seiner Ausstattung viel angenehmer als vor ein paar Jahren, vieles hat sich weiterentwickelt.

Sichtbar mir schräg gegenüber der Hinterkopf und der rechte Arm eines mittelalten Mannes, der sitzt schon, hat seinen Platz gefunden, allein, Tisch und freier Platz vor sich. Umtriebig, ein laufender PC auf dem Tisch, den er manchmal nutzt, wie es scheint für die Bearbeitung einer Tabelle, davor ein Tablet, auf dem ein Kostümfilm läuft, dann ein Smartphone, meistens in der rechten Hand, der Daumen scrollt und tippt, dazwischen ein Kopfhörerkabel, das irgendwohin aus den Ohren hängt und mehrere Ladekabel, die von den Devices zu einer offensichtlich eigens mitgebrachten Mehrfachsteckdose führen. Eine Menge Unterstützungsequipment, alles offensichtlich notwendig zur Bewältigung seiner Alltäglichkeit.

Wir sitzen in einem Abschnitt des Wagons für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicaps. Ich wusste noch nicht, dass es dort auch Plätze für Menschen mit digitaler Behinderung reserviert werden.

Aber es ist großartig, dass sich die Bahn auch hier um Inklusion kümmert.

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© S. Latt

Das Tool zur Entwicklung der Berufspersönlichkeit: CAPTain

Bei dem Tool CAPTAin handelt es sich um wissenschaftlich fundiertes, praxisorientiertes Online-Assessment zur Analyse des Potentials einer Berufspersönlichkeit, mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Personen in ihrer Funktion weiter zu entwickeln. Dieser Test eignet sich sowohl für einzelne Personen – z.B. im Rahmen von Coachings oder Recruitings – oder zur Erweiterung von PE-Massnahmen – z.B. Curricula zur Kompetenzentwicklung – oder der Vorbereitung/Flankierung von OE-Prozzessen. Als kriterienorientierter Test ist er aussagekräftig in Bezug auf den jeweiligen Kontext. Durch die Möglichkeit ein spezifizierbares Anforderungsprofil zu hinterlegen entstehen konkrete Aussagen, die für die jeweilige Person oder die Funktionsgruppen oder sogar die Organisation unmittelbar nutzbar sind.

Der Umgang mit diesem Instrument erfordert Wissen, Erfahrung und eine ständige Weiterentwicklung der Anwendung- und Auswertungskompetenzen. Als langjähriger Anwendungspartner wurde die Laterale GmbH für unser Bemühen erneut von CNT Hamburg (captain-system.de) durch ein spezielles Zertifikat ausgezeichnet.

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Für weitere Infos hinsichtlich Nutzung, Anwendung oder Auswertung des CAPTains können Sie uns gern kontaktieren.

Zwischenräume

Die Ästhetik der Reihenfolge zeigt sich durch die Übergänge und Zwischenräume – im Gewahrwerden des Sowohlalsauch. Von Etwas zu Etwas, fortlaufend andauernd.

Vor allem aber in der Sehnsucht nach dem nächsten Schritt. Der sich ankündigt, folgerichtig und unvermeidbar ist, sich aber oft nicht gleich und schon gar nicht eindeutig offenbart, sondern sich vornehm finden lässt.

Die Suche erfordert Mut.

Und Zuversicht.

Und Zweifel.
Als Sorge um Bodenhaftung.

Damit ich nicht allein bleibe.

Weil es Frühling wird. In den nächsten Zwischenraum.

 

S. Latt

L1040547  Fuchs © C. Latt

Sie sind eine Berater*in…

…und haben den Auftrag, einen „Change Management“ – Prozess in einer Firma zu unterstützen und zu begleiten. Ihre Aufgabe, Ihr Job, dafür werden Sie gezahlt. Sie machen sich im Kontakt mit den Beteiligten zunächst ortskundig, betrachten den Kontext und stellen fest, dass in dieser Organisation der Begriff „Change Management“ ein bunter ist und nur bedingt zur Gänze Ihr bisheriges Verständnis trifft. Und schon sind Sie mittendrin: Sprache lernen hilft, sich zu verstehen, Verständnis ist wiederum Voraussetzung, Veränderungen als Teil von Entwicklungen zu begreifen. Diese Entwicklungen finden permanent statt, erfordern dauernde Auseinandersetzung, nur teilweise beeinflusst vom Wunsch der Beteiligten.

Bei diesen anfänglichen Überlegungen kommen Sie darauf, dass es noch weitere Fragen und Klärungen gibt, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden zu diskutieren hätten, immer verstanden als Teil des Change Managements, damit sich über Annäherungen tatsächliche Weiterentwicklungen ergeben können. Frage: Was können Sie erwägen und ermessen, damit möglichst handhabbare und nutzbare Informationen im gemeinsamen Prozess vorhanden sind:

  • Was ist tatsächlich Ihr Auftrag in diesem Zusammenhang (und derjenigen, die hier Beteiligte sind)?
  • Was ist wessen Interesse und Wille (Betrachtung aller stakeholder)?
  • Was ist der zu erwartende Nutzen / Vorteil?
  • Was ist die Botschaft (durch den Prozesses & an wen)?
  • Was ist das Modell und die Annahmen, nachdem vorgegangen wird?
  • Was sind  die relevanten Kriterien der Güte?
  • Wie könnte ein möglicher Prototyp gestaltet sein?
  • Was ist das vorhandene Können?
  • Wie wird vorgegangen (Umsetzungsschritte, der Plan)?
  • Was ist außerdem zu berücksichtigen (Unvorhergesehenes, Timing, Orte, Dynamik, Gefühle etc.)
  • Was ist der Sinn?

Dies sind wesentliche Fragen, die in der Auseinandersetzung zumindest Ansätze von Antworten benötigen, damit ein „Change Management“ nicht blutleer bleibt. Im Gespräch wird man auf weitere Aspekte kommen, die das zukünftig Gemeinsame beeinflussen können, hin zum gemeinsamen Ziel und wenn man es genau nimmt hin, zum guten Leben in Kooperation, gegenseitiger Angewiesenheit und menschenwürdigem Respekt.

Große Worte für einen schlichten professionellen Zusammenhang, in dem es nur um den Abschnitt des gemeinsamen Arbeitens geht. Aber eine angemessene Haltung, wenn es darum geht, zu tun, was man kann, den Entwicklungen zu folgen, wenn man sich dazu entschieden hat und vor allem dann, wenn man seine Aufgabe als Berater*in ernst nimmt.

Beginnen wir also wirklich miteinander zu reden!

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Montagsforum 13. April 2015

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

„Das Spiel der Möglichkeiten – Die Geschichte des Wissens und die bleibenden Geheimnisse“

Sein sehr schwungvoller Vortrag an diesem frühlingshaften Montag ist ein überzeugendes Plädoyer für das Staunen als Grundkompetenz der Weltwahrnehmung. Denn alle Erklärungsversuche, die die Wissenschaften mit Leidenschaft betreiben, führen eben nicht zu (Er-)Lösung und Wahrheit, sondern zur Erkenntnis, dass mit der Anhäufung von Wissen nicht das Licht, sondern das Dunkel zunimmt. Jede Erklärung mündet in einer weiterführenden Frage und macht nur das Geheimnisvolle des Lebens deutlicher. Es gibt keine eineindeutigen Antworten. Stattdessen sollte man sich – so Fischer – dem Schatz des Staunens zuwenden, in dem man z.B. den unverstellten Sternenhimmel betrachtet. Darin lassen sich die Klarheit der Bewegung und die Unmöglichkeit des letzten Verstehens erkennen.

Zum Abschluss des Vortrages gibt Fischer eine handhabbare Antwort auf die Frage danach, was denn das Leben sei: das kreative Spiel der Möglichkeiten u.a. von Genen und molekularen Strukturen, die sich und der Dynamik folgen, ohne Lösung sein zu wollen:

Staunen Sie – vor allem über sich selbst, denn Sie selbst sind sich das größte Geheimnis von allen.“